Der erblich bedingte Haarausfall (Androgenetische Alopezie) ist die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern und Frauen. Die Hauptursache dafür ist eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Dihydrotestosteron (DHT). DHT ist ein biologisch hochaktives Abbauprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, das auch im weiblichen Körper vorkommt.
Wie DHT den Haarausfall verursacht
Liegt eine vererbte Überempfindlichkeit vor, dockt das DHT an den Rezeptoren der Haarfollikel an. Dies setzt eine Kettenreaktion in Gang:
Verkürzung der Wachstumsphase: Die Lebensphase des Haares verkürzt sich drastisch.
Schrumpfung der Follikel: Die Blutgefässe, die das Haar versorgen, bilden sich zurück.
Miniaturisierung: Die nachwachsenden Haare werden mit jedem Zyklus dünner, kürzer und kraftloser (sogenanntes Vellushaar), bis die Haarwurzel schliesslich komplett verkümmert und die Produktion einstellt.
Bei Männern zeigt sich dies meist durch Geheimratsecken und eine Tonsur am Hinterkopf, während sich bei Frauen typischerweise das Haar im Bereich des Mittelscheitels ausdünnt.
Medizinische und pflanzliche Behandlungsansätze
Da der erblich bedingte Haarausfall genetisch verankert und somit nicht dauerhaft heilbar ist, zielen Therapien darauf ab, den Prozess als Daueranwendung zu verzögern oder zu stoppen.
Finasterid: Verschreibungspflichtig. Blockiert das Enzym 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt. Der DHT-Spiegel sinkt signifikant.
Minoxidil: Rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Verbessert die Durchblutung und Nährstoffzufuhr der Follikel direkt an der Kopfhaut, blockiert DHT jedoch nicht direkt.
Pflanzliche DHT-Hemmer: Frei verkäufliche Shampoos, Seren, Tonics. Extrakte wie Rosmarin, Coffein, Basilikum oder Grüntee zeigen in Studien milde, lokal DHT-hemmende oder durchblutungsfördernde Effekte.