Sommersonne & Haarausfall

Sommersonne hat einen spürbaren Einfluss auf das Haar und kann zu vermehrtem Haarausfall beitragen. Dieser tritt allerdings meistens zeitversetzt im Spätsommer oder Frühherbst (August bis Oktober) als sogenannter saisonaler Haarausfall auf.

Die Sommersonne beeinflusst das Haar auf zwei unterschiedliche Arten – durch die Veränderung des Haarwachstumszyklus und durch direkte strukturelle Schäden:

 

1. Hormoneller und zyklusbedingter Haarausfall (Saisonaler Effekt)

  • Verkürzte Wachstumsphase: Die intensiven Sonnenstrahlen und die langen Sommertage regen den Körper an, hormonelle Signale zu senden, die den natürlichen Haarzyklus verschieben. Viele Haare wechseln dadurch gleichzeitig von der Wachstumsphase (Anagenphase) in die Ruhephase (Telogenphase).
  • Die Zeitverzögerung: Haare verbleiben etwa 2 bis 4 Monate in dieser Ruhephase, bevor sie endgültig ausfallen. Das ist der Grund, warum der „Sommer-Haarausfall“ meistens erst im September oder Oktober sichtbar wird.

2. Direkte Schädigung von Kopfhaut und Haarstruktur

  • Strapazierung der Haarwurzeln: Starke UV-Strahlung reizt die Kopfhaut und kann Entzündungen an den Haarwurzeln begünstigen. Ein schwerer Sonnenbrand auf der Kopfhaut kann die Haarfollikel so stark schädigen, dass es danach zu akutem Haarverlust kommt.
  • Haarbruch statt echtem Ausfall: UV-Strahlen zerstören die schützende Lipidschicht und die Proteine (Keratin) des Haares. Dadurch trocknet das Haar extrem aus, verliert an Elastizität und wird spröde. Die Haare fallen dabei nicht mit der Wurzel aus, sondern brechen leicht ab, was das Haar insgesamt dünner wirken lässt.
  • Begleitfaktoren: Im Sommer schwitzt die Kopfhaut mehr, was Poren und Talgdrüsen verstopfen kann. Zudem entziehen Chlor- und Salzwasser dem Haar zusätzlich Feuchtigkeit.

Die positive Kehrseite: Sonne liefert auch Bausteine

In Maßen (ca. 15–30 Minuten täglich) ist Sonnenlicht sogar gut für die Haare. Es kurbelt die Produktion von Vitamin D an, welches eine essenzielle Rolle bei der Aktivierung der Haarwurzeln spielt. Erst die Überdosis an UV-Strahlung und Hitze kehrt diesen Effekt ins Negative um.

Was hilft gegen Sommer-Haarausfall?

  • Schutz: Tragen Sie bei langen Aufenthalten in der Sonne eine Kopfbedeckung (z. B. einen Strohhut oder ein Cap). Es gibt auch spezielle UV-Schutzsprays für Haare und Kopfhaut.
  • Ausspülen: Nach dem Baden im Meer oder Pool die Haare sofort gründlich mit Süßwasser ausspülen, um Salz- und Chlorrückstände zu entfernen.
  • Pflege: Nutzen Sie feuchtigkeitsspendende Conditioner oder Haaröle (z. B. Argan- oder Jojobaöl), um der Austrocknung entgegenzuwirken. 

Saisonaler Haarausfall ist in der Regel harmlos und reguliert sich nach einigen Wochen von selbst wieder.