Androgenetische Alopezie

Die Durchblutung der Kopfhaut ist für das Haarwachstum wichtig, aber eine schlechtere Durchblutung ist bei erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) die Folge und nicht die Ursache. Allein durch eine mechanische oder oberflächliche Verbesserung der Durchblutung lässt sich ein androgenetischer Haarausfall nicht maßgeblich verzögern, da dies das zugrunde liegende hormonelle Problem unberührt lässt. 

Die reine Erhöhung des Blutflusses ist also nur ein Teilaspekt eines tieferen zellulären Prozesses. 

Die Ursache für den erblichen Haarausfall ist eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). 

Die Haarfollikel (Haarwurzeln) sind über kleinste Blutgefäße (Mikrozirkulation) an das Herz-Kreislauf-System angeschlossen. Blut transportiert Sauerstoff und essenzielle Nährstoffe (wie Aminosäuren, Vitamine und Mineralien) zur Haarwurzel, um das Haarwachstum in der aktiven Wachstumsphase (Anagenphase) aufrechtzuerhalten. 

 

Androgenetische Alopezie (AGA) ist der Fachbegriff für den häufigsten erblich bedingten Haarausfall bei Männern und Frauen, verursacht durch eine genetische Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Hormonen (Androgenen), insbesondere DHT, was zu fortschreitender Miniaturisierung und Ausdünnung der Haare führt, typischerweise als Geheimratsecken und Tonsur beim Mann (bis zur Glatze) und als diffuse Scheitellichtung bei Frauen (ohne vollständige Kahlköpfigkeit). Es ist eine chronische, nicht heilbare, aber behandelbare Erkrankung, die durch Medikamente (z.B. Minoxidil, Anti-Androgene) verzögert oder gestoppt werden kann, wobei eine frühe Diagnose den Erfolg maximiert.

 

Die medizinische Realität ist, dass bei der androgenetischen Alopezie das Genetik- und Hormonszenario sich die Haarwurzeln zurückbilden (Miniaturisierung). Weil das Gewebe und die Haarwurzeln schrumpfen, benötigt der Körper dort weniger Energie. In der Folge bilden sich auch die Blutgefäße in diesen Bereichen zurück. Die schlechtere Durchblutung in kahlen Regionen ist also ein sekundärer Effekt – das Haar fällt nicht aus, weil die Durchblutung nachlässt, sondern die Durchblutung lässt nach, weil das Haar verkümmert.

 

Behandlungsmöglichkeiten: 

Minoxidil (lokale Anwendung) und Anti-Androgene (oral, z.B. bei Frauen mit bestimmten Pillen) können das Fortschreiten stoppen. 

Hormonelle Therapien können bei Frauen helfen, z.B. durch Umstellung der Verhütung. 

Haartransplantation mit Eigenhaar bei fortgeschrittenem Stadium. 

Aminosäuren und Vitamine in Nahrungsergänzungsmittel:  sollen in einigen Fällen unterstützend wirken können.